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Der starke Bund - zur Aufgabenstellung des Bundes

Bundesgeschäftsführer Dipl. Kfm. Ralf Heinrichs

 

Die Aufgabenbereiche des Bundes lassen sich in drei große Kategorien zusammenfassen: Unterstützung der Mitgliedsbruderschaften, Imagepflege für das Schützenwesen sowie die Verbandsarbeit!

Unterstützung der Mitgliedsbruderschaften

Durch ihre Mitgliedschaft im Bund stehen den Bruderschaften weitgehende Möglichkeiten zur Information zu den verschiedensten Themenbereichen zur Verfügung. Die Bundesgeschäftsstelle ist Ansprechpartner für Fragen aus den Themenkreisen Vereinsrecht, Versicherung, Waffenrecht, Vereinsbesteuerung, Gema bis zur Beratung bei der Anpassung von Vereinssatzungen. Wie die Erfahrung der Vergangenheit zeigt, wird diese Hilfe meistens sehr kurzfristig benötigt, sozusagen „wenn Gefahr im Verzug ist“. Die Fragestellungen sind oft ähnlich gelagert, weswegen umfangreiche Informationsschriften und Mustertexte entworfen wurden.

In Einzelfällen sind auch Rücksprachen mit Polizeibehörden, Kommunen und Finanzämtern erforderlich, um die Problemfälle für die Bruderschaften klären zu helfen.

Die Verbandszeitschrift „Der Schützenbruder“ ist als offizielles Organ des Bundes auch dafür gedacht, die zentrale Rolle bei der Information der Mitgliedsbruderschaften zu übernehmen. Um neue Entwicklungen in diesen Problembereichen an die Bruderschaften weitergeben zu können, werden umfangreiche Informationsschriften gesichtet und bruderschaftsrelevante Themen für die Verbandszeitschrift aufbereitet. Allerdings nutzen selbst die Vorstandsmitglieder der Bruderschaften diese Informationsquelle zu spärlich. Da kann es nicht verwundern, dass die einzelnen Mitglieder der Bruderschaften, die nicht über ein eigenes Abo verfügen, zu wenig über die Geschehnisse innerhalb des Bundes und rund um das Schützenwesen erfahren. Hier wird in Zukunft das Internet eine wesentlich stärkere Rolle spielen müssen. Die bildungspolitische Komponente wird im Schiessportbereich durch Sachkunde-Lehrgänge der Diözesanverbände und zukünftig auch eine Trainerausbildung realisiert. Daneben werden seit geraumer Zeit Bildungsangebote der Diözesan- und Bezirksverbände unterstützt.

Der Bund unterhält eine Reihe von Rahmenverträgen mit verschiedenen Partnern, die den Mitgliedsbruderschaften und zum Teil auch deren Mitgliedern günstige Konditionen beim Bezug von Leistungen verschaffen. So sind u.a. folgende Rahmenverträge vorhanden: Mit der Gothaer Versicherung unterhält der Bund bereits seit Anfang der 1950ziger Jahre einen Rahmenvertrag für eine Unfall- und Haftpflichtversicherung der Bruderschaften. Mit der Hamburg-Mannheimer besteht seit Jahrzehnten ein Rahmenvertrag über den Abschluss von Sterbegeldversicherungen. Durch den Rahmenvertrag mit der GEMA können die Mitgliedsvereine bis zu 30% ihrer GEMA-Gebühren einsparen.

Der Bund hat Anfang 2003 ein Projekt eingeführt, das die Zukunft des Verbandes und auch der Möglichkeiten der Bruderschaften in ihrer Vereinsarbeit wesentlich beeinflussen wird: Den Bruderschaften wird kostenlos eine internetbasierte Mitgliederverwaltung zur Verfügung gestellt. Dieses System wird neben den eigentlichen Verwaltungsaufgaben der Bruderschaften, wie Verwaltung des Mitgliederbestandes mit ihren Funktionen, ihrer Zugehörigkeit zu Gruppierungen innerhalb des Vereins und ihren Auszeichnungen zukünftig auch weitere Möglichkeiten der Kommunikation mit den Bezirks- und Diözesanverbänden sowie dem Bund eröffnen. So können bereits in der gerade eingeführten Version Anträge zu den Auszeichnungen des Bundes online erstellt und weitere Bestellungen über einen Internet-Shop abgewickelt werden.

Imagepflege

Unter den Aufgabenbereich Imagepflege fällt vereinfacht gesagt die Aufgabe, das Schützenwesen und sein Brauchtum größeren Bevölkerungskreisen bekannt zu machen und eine positive Grundeinstellung hierzu zu erzeugen. Hierdurch wird auch mittelbar die Akzeptanz und Stellung der einzelnen Bruderschaft vor Ort positiv beeinflusst.

Um möglichst große Bevölkerungsschichten zu erreichen, sind natürlich auch besonders große und öffentlichkeitswirksame Veranstaltungen erforderlich. Dies ist i.d.R. durch eine einzelne Bruderschaft nicht oder nur regional begrenzt möglich.

Die beiden größten Veranstaltungen des Bundes sind das Bundesfest, der Bundesköniginnentag und der Bundesjungschützentag. Das Bundesfest im September wird bereits seit der Gründung des Verbandes 1928 veranstaltet. Seit 1953 ist das Bundesfest mit der Ermittlung eines Bundeskönigs verbunden und zieht bis zu 35.000 teilnehmende Schützen mit bis zu 100 Musikkapellen in die jährlich wechselnden Veranstaltungsorte.

Zu einer Zeit, als die Bruderschaften noch weitgehend reine Männerdomänen waren, wurde 1956 der Bundesköniginnentag ins Leben gerufen, der seitdem jährlich im Mai stattfindet Damit sollte die besondere Stellung der Frau in Familie, Gesellschaft und auch Bruderschaft gewürdigt werden, wobei stellvertretend die Königinnen ins Rampenlicht gesetzt wurden.

Bei diesen Veranstaltungen kann man von bis zu 30.000 Besuchern ausgehen. Sie können ein in dieser Größe wohl einmaliges Schauspiel erleben, welches ihnen einen Querschnitt durch das Schützenbrauchtum der historischen Schützenbruderschaften mit all seinen Facetten vor Augen führt.

Darüber hinaus dienen die Großveranstaltungen auch der Imagepflege nach innen. Denn hier können die Teilnehmer eindrucksvoll erkennen, wie groß der Verbund Gleichgesinnter ist, in den sie als Mitglied einer Schützenbruderschaft eingebunden sind. Die Bundesveranstaltungen dienen damit auch der Stärkung der Identifikation der Teilnehmer mit dem Schützenwesen und damit auch mit ihrer Bruderschaft.

Eine ähnliche Funktion haben die Auszeichnungen des Bundes, die eine weit reichende Identifikation mit dem Bund und den Bruderschaften für die Mitglieder bewirken. Die Funktionsträger sind nahezu ausschließlich ehrenamtlich tätig und die Auszeichnungen bilden eine willkommene Geste um Dankeschön zu sagen.

Das bunte Schützenwesen mit seinen Trachten und Uniformen, Aufzügen und Paraden, Fahnen und Silber scheint für viele Außenstehende der einzige Sinn und Zweck der Bruderschaften zu bilden. Die in den letzten Jahren begonnenen Versuche, die caritativen Aktionen der Bruderschaften im Bund zu erfassen und zu dokumentieren, zeigten, dass sich hier nur die Spitze des Eisberges erkennen lässt. Die Bruderschaften waren von Anfang ihrer spätmittelalterlichen Gründungen an aufgrund ihres zutiefst christlichen Selbstverständnisses der tätigen Nächstenliebe verpflichtet. Es gibt nahezu keine Bruderschaft unseres Verbandes, die nicht mindestens ein, meist sogar mehrere caritative Projekte unterstützt. Nach vorsichtigen Schätzungen erreichen die aufgebrachten Beträge mehrere Millionen Euro pro Jahr.

Der Bund hat es sich daher bereits seit seiner Gründung zur Aufgabe gemacht, durch große caritative Projekte eine breite Öffentlichkeit auf die weit reichende christlich-soziale Komponente der Schützenbruderschaften und des Bundes hinzuweisen.

Verbandsarbeit

Der Bund wurde bereits seit seiner Gründung wie katholischer Verband behandelt, wurde aber erst im Sommer 2000 offiziell als solcher anerkannt. Er versteht sich gemäß Statut als Dachverband von Schützenbruderschaften, Gilden, Gesellschaften und Vereinen, die sich im Geiste der Ökumene zusammengeschlossen haben.

Zur Erreichung der Ziele des Bundes und damit der Bruderschaften betreibt der Bund eine aktive Verbandsarbeit.

Gespräche mit den Bischöfen der betroffenen Diözesen dienen der Vermittlung von Problemen und Anregungen, die sich für unsere Bruderschaften und Bezirke aus dem stetig wachsenden Priestermangel oder dem Verhältnis der Schützenjugend (BdSJ) zum Bund der kath. Jugend BDKJ ergeben.

Der Bund ist Mitgliedorganisation der DJK, des katholischen Sportverbandes, und der Kirchlichen Arbeitsstelle für Männerseelsorge und Männerarbeit, um auch hier entsprechende Kontakte und Anregungen zu erhalten.

Das Verhältnis zur Arbeitgemeinschaft der katholischen Organisation Deutschlands (AGKOD) gestaltet sich hingegen nicht immer einfach. Die Schützen gelten hier, ähnlich wie die katholischen Studentenkorporationen, ein wenig als Exoten im Verein der anderen Organisationen. Seit dem Jahr 2000 hat der Herr Hochmeister aber wieder Sitz und Stimme im Zentralrat der Katholiken (ZdK)

Einflussnahme und Lobbyarbeit im politischen Raum, vornehmlich bei Entscheidungen zum Waffenrecht, erfordern eine lautere Stimme, als ein einzelner Verband sie erheben könnte. Im Kontaktkreis der Schützenverbände in NRW haben sich daher eine Reihe von Schützenverbänden zusammengeschlossen, um entsprechend stark und mit einer Stimme auftreten zu können. Hierzu gehören neben Bund der Historischen Deutschen Schützenbruderschaften die Unterverbände des Deutschen Schützenbundes (DSB) -  Rheinischer Schützenbund (RSB) und Westfälischer Schützenbund (WSB) - sowie der Sauerländer Schützenbund (SSB), die Interessengemeinschaft der Düsseldorfer Schützenvereine, der Oberbergische Schützenbund und die Kreisschützenbünde aus Soest und Lippstadt.

In der Europäischen Gemeinschaft der Historischen Schützen (EGS) arbeiten Verbände mit ähnlicher Zielsetzung aus ganz Europa zusammen. Hier finden sich die historischen Schützenverbände schwerpunktmäßig aus Deutschland, Niederlanden, Belgien, Österreich, Frankreich, Polen aber auch aus den skandinavischen Staaten zusammen. Höhepunkt der Aktivitäten in der EGS bildet das alle drei Jahre stattfindende Europakönigsschiessen.

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